Die peruanische Organisation ACICA unterstützt Bergbäuerinnen und -bauern aus sieben Gemeinden der Provinz Cajamarca in den nördlichen Hochanden von Peru bei der Aufforstung, der Verbesserung der Wasser- und Nahrungsmittelversorgung für Mensch und Tier und bei der Kleintierzucht.

Bäume pflanzen - eine Aufgabe für alle

Bäume pflanzen – eine Aufgabe für alle

Lang und mühsam sind die Wege in die Hochanden. Pisten führen die kahlen Hänge hinauf, vereinzelt sind Gehöfte zu sehen, der Wind pfeift zwischen den Gipfeln. Seit Generationen leben die Bergbauern hier ein abgeschiedenes, karges, eng mit der Natur verbundenes Leben. 2008 begannen die Bergbauerngemeinden unterstützt von ACICA mit der Wiederaufforstung ihres eigenen und Gemeindelands. Die Bauern und Bäuerinnen entschieden sich für schnell wachsende Bäume, die genügsam sind und auf einer Höhe von 4.000m und auf kargen Böden überleben können. So werden vor allem Zypressen und Kiefern gesetzt, aber auch  Eukalyptus wird gepflanzt, weil er schnell wächst und wichtiges Bau- und Feuerholz liefert. Auf den windigen Bergkuppen eignen sich u.a. auch Erle oder Holunder sowie Quinual, in den niedriger gelegenen Tälern Obstbäume. In einigen Bauerngemeinden gibt es mittlerweile eigene Baumschulen, in denen die Setzlinge gezogen werden.

Die Setzlinge kommen an

Die Setzlinge kommen an

Aktuell fördert ACICA die Aufforstung und Wiederaufforstung in fünf neuen Gemeinden u.a. mit  49.000 Kiefern-, 19.800 Eukalyptus- und 5.400 Zypressensetzlingen. Quinualsetzlinge werden zudem aus Stecklingsvermehrung gezogen. Dazu kommen in den niedrigeren Lagen Obstbäume und Gemüsesaatgut zur Diversifizierung des Anbaus. Gemeinsam verändern Aufforstung und Anpflanzung nachhaltig die Landschaft. Die Bäume liefern nicht nur Brennholz und Baumaterial, sie  schützen auch den Boden vor fortschreitender Erosion, und verhindern das schnelle Abfließen des kostbaren Regenwassers.

Wasserspeicher für Mensch und Tier

Wasserspeicher für Mensch und Tier

Parallel zur Wiederaufforstung haben die Gemeinden begonnen, ihre Wasserversorgung zu verbessern. Bei Quellen und in natürlichen Senken legen sie betonierte, geschlossene Becken als Wasserreservoirs an. Über Rohre wird das Wasser, das sich dort sammelt, zu öffentlichen Wasserstellen in der Nähe der Gehöfte geleitet. Jede Zapfstelle verfügt über einen Trog für die Tiere und einen Wasserhahn für die Menschen. In der Regel reicht das gesammelte Wasser von einer Regenzeit bis zur nächsten. Aktuell werden in einer Gemeinde zehn neue Wasserspeicher gebaut.

Übergabe Meerschweinchenkäfige

Übergabe Meerschweinchenkäfige

Traditionell decken die Menschen in dieser Gegend ihren Fleischbedarf durch die Kleintierzucht. Meerschweinchen sind ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans. Um die Tiere artgerecht und wirtschaftlich halten und züchten zu können, fehlt es den Bergbäuerinnen und -bauern an Material für Käfige, sie leben von Subsistenzlandwirtschaft und können das Material nicht zukaufen. Auch an Futter und Kenntnissen über Krankheiten fehlt es häufig. Deshalb unterstützt ACICA aktuell fast 120 Familien mit Käfigen, Luzernesaat für den Futteranbau und Ausbildung in Kleintierzucht und -haltung.

Schulgarten Canapata

Schulgarten Canapata

In der Gemeinde Cañapata wurde im letzten Jahr eine Zisterne für die kleine Bergschule gebaut. 25 Schüler besuchen sie von der ersten bis zur sechsten Klasse. Eltern, Lehrer und Schüler bebauen gemeinsam einen kleinen Schulgarten. Dieser wird jetzt von ACICA mit Werkzeug und Saatgut unterstützt, damit der Speiseplan der Kinder verbessert werden kann.

Alle diese Vorhaben besprechen, beraten, planen und organisieren die Bergbauern auf ihren regelmäßigen Versammlungen. Gemeinschaftlich erarbeiten sie Ansätze, um für sich und zukünftige Generationen einen rauen Lebensraum zu erhalten und neue Perspektiven zu schaffen.

Wir fördern das Projekt mit 18.000 € in 2015.

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